Analyse und Erklärung von Solidaritätsvorstellungen in Migrationkontexten
Das Verbundprojekt
Welche Vorstellungen haben politische Entscheidungsträger, aber auch die sozialen Akteure von Solidarität? Lassen sich in der Kommunikation über Migration und Flucht auf politischer, sozialer und individueller Ebene Muster erkennen, die entweder auf Solidarisierung oder Entsolidarisierung hinweisen? Werden Solidaritätsdiskurse vielfältiger? Wie belastbar ist das Solidargefüge und wie könnte eine Kommunikationsstrategie aussehen, die Entsolidarisierungseffekte verringert? Wie korrelieren Solidaritätsdiskurse auf politischer Ebene mit Diskursen auf individueller oder sozialer Ebene?
Diesen und ähnlichen Fragen geht der interdisziplinäre Forschungsverbund der Universität Hildesheim nach. In vier Teilprojekten kooperieren Wissenschaftlerinnen des Instituts für Sozialwissenschaften aus den Fächern Politikwissenschaft und Soziologie und des Instituts für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie und verfolgen dabei einen Mehrebenenansatz: Die Mikroebene (Leitung: Prof. Kneuer) befasst sich mit Online- und Offline-Kommunikation von BürgerInnen; die Mesoeben (Leitung: Prof. Corsten) mit der Kommunikation gesellschaftlich organisierter Akteure und die Makro-Ebene (Leitung: Prof. Schammann) mit der Kommunikation politischer Entscheidungsträgerinnen. Die diskursanalytische Untersuchung auf den drei Ebenen wird mit Hilfe von Instrumenten der Corpuslinguistik umgesetzt (Leitung: Prof. Heid).
Das Forschungsprojekt erstreckt sich über drei Jahre und wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung gefördert.